10.04.2016

Ausbildungswochenende zur Deichverteidigung in Göttingen

30 THW-Einsatzkräfte des Ortsverbandes Göttingen trainierten die Arbeit mit Sandsäcken, um in Hochwasserlagen professionelle Hilfe zum Schutz von Menschen und Sachwerten leisten zu können. Ideales Übungsgelände war ein Regenrückhaltebecken in der Ortschaft Eddigehausen.

Eddigehausen (are) Die Topographie des Rückhaltebeckens entsprach von der Neigung als auch der Länge seiner seitlichen Begrenzungen annähernd den Maßen, die auch an Deichen vorgefunden werden. Zudem war das Rückhaltebecken gut mit Großfahrzeugen zu erreichen. Damit war in diesem Fall ein fast idealer Transport der Sandsäcke an die simulierte Schadensstelle möglich. In realen Deichsicherungseinsätzen kann der Transport von Sandsäcken auf durchweichten Deichen zu einer großen logistischen Herausforderung werden.

Zwei Szenarien wurden unter Anleitung eines Technischen Beraters Hochwasserschutz und Deichverteidigung des THW Osnabrückdurchgespielt.

Zum einen war es der Aufbau einer Quellkade. Hier werden Sandsäcke in einem Halbkreis um eine Sickerstelle im Deichfuß auf der wasserabgewandten Seite des Deiches aufgestapelt. Das Sickerwasser sammelt sich in dem so entstandenen Becken und der dadurch entstehende Gegendruck verringert die durchsickernde Wassermenge. Im Idealfall kann auf diese Art und Weise auch das Eindringen des Wassers gestoppt werden.

Im zweiten Szenario ging es um die Sicherung eines Deiches, der auf seiner wasserabgewandten Seite großflächig durchfeuchtet war. Hier besteht im Realfall die Gefahr, das der Deich ins rutschen kommt. Dieser Gefahr kann durch die Auflastung des Deiches entgegengewirkt werden. Dazu werden auf der beschädigten Fläche Sandsäcke aufgelegt. Unter den Sandsäcken wird ein wasserdurchlässiges Vlies ausgelegt. Dritter Bestandteil der Auflastung sind Drainagerohre, die als Platzhalter zwischen den aufgelegten Sandsäcken den Abfluß des durchdringenden Wassers sicherstellen. Für die erfolgreiche Sicherung eines so beschädtigen Deiches ist, das durch diese Auflastung zwar das Wasser weiter durchdringen kann, aber keine Schwemmteile aus den Deich ausgespült werden und so seine Stabilität gesichert werden kann.

Für beide Szenarien mußten die annähernd 2000 bereits gefüllten Sandsäcke in einer Helferkette an die Schadensstelle durchgereicht werden. Auch hier gabe es wertvolle Hinweise des Ausbilders, wie dieser Transport kräfteschonend durchgeführt werden kann. Erschwerend kam hinzu, dass alle Sandsäcke auf demselben Weg wieder zurücktransportiert werden mussten. Sie wurden entleert und stehen jetzt für weitere Ausbildungen oder Einsätze zur Verfügung. Der Besuch eines Fitnessstudios ist nach so einem Ausbildungsdienst überflüssig.

Beobachtet wurde der Ausbildungsdienst von Fachbesuchern der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr aus Stadt und Landkreis Göttingen.


Alle zur Verfügung gestellten Bilder sind honorarfrei und dürfen unter Angabe der Quelle für die Berichterstattung über das THW und das Thema Bevölkerungsschutz verwendet werden. Alle Rechte am Bild liegen beim THW. Anders gekennzeichnete Bilder fallen nicht unter diese Regelung.