Die Aufkadung

Die Aufkadung wird vor allem bei drohenden Überströmung gebaut.

Bei der Überströmung reicht die vorhandene Deichhöhe nicht aus. Ohne Maßnahmen würde das Wasser einfach über den Deich fließen. Es käme zur Erosion, also zum Abtrag der Binnenböschung und somit zu Böschungsbrüchen, die schließlich zum Versagen des Deiches führen würden.

Der Deich muss durch eine Aufkadung erhöht werden. Dazu wird ein Sandsackdamm an der wasserseitigen Deichschulter errichtet. Die Basis soll dabei 2x die Höhe plus einen Sandsack betragen. Der Querschnitt soll etwa dem Deichprofil entsprechen, damit die Aufkadung stabil und funktionell ist und dem Wasserdruck sowie möglichem Treibgutschlag standhält. Wichtig beim Errichten der Aufkadung ist ein dichter Verbund der Sandsäcke sowie eine saubere Verlegetechnik. Entweder zeigt der Sandsackboden durchgängig zum Wasser (Querverlegung) oder die Aufkadung wird wechsellagig gebaut (Quer- und Längsverlegung).

Die Aufkadung sollte immer so niedrig als möglich bemessen sein, damit die Belastung durch das Gewicht der Sandsäcke so gering als möglich gehalten wird. Ist die Standsicherheit durch die Last gefährdet, was beispielsweise bei alten Deichen in Kombination mit einer hohen Aufkadung und einem lang anstehenden Hochwasser wahrscheinlich ist, so ist der binnenseitige Deichfuß mit einer Auflast zu sichern.

"Querschnitt" einer Aufkadung mit Längs- und Querverlegung
Sandsackdamm als Teil einer zweiten Deichverteidigungslinie in Lüchow-Dannenberg 2013
Aufgekadeter Deich 2013 nahe Hitzacker
Sandsackdamm, der zum Schutz eines Gutshofes errichtet wurde
Sandsackdamm, der zum Schutz eines Gutshofes errichtet wurde