Einsätze im Inland

1962: Die Sturmflut von 1962 ging als eine der größten Katastrophen der Nachkriegszeit in die Geschichte ein. Für das THW war das der bis dato größte Einsatz. Es unterstützte bei Rettungs- und Bergungsmaßnahmen, bei der Versorgung und Deichsicherungsarbeiten.
Das Wasser überraschte die Menschen an der Nordseeküste im Schlaf, riss Häuser mit, schnitt Stadtteile von der Außenwelt ab und legte die Gas- und Stromversorgung in vielen Gebieten lahm. Besonders stark von der Katastrophe betroffen war Hamburg: Von den nahezu 340 Todesopfern beklagte alleine die Hansestadt 315 Tote, darunter ein Helfer des Ortsverbandes Hamburg-Eimsbüttel.
Das THW evakuierte gemeinsam mit Feuerwehr und Polizei Menschen, beseitigte Sturmschäden und versorgte die Bevölkerung mit Trinkwasser und Lebensmitteln. Dabei arbeiteten die Landesverbände grenzüberschreitend zusammen: Die Rettungs- und Bergungsmaßnahmen erforderten die Unterstützung der THW-Kräkfte in Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.
Der Landesverband Nordrhein-Westfalen lieferte eine Trinkwasseraufbereitungsanlage, die THW-Schule Hoya in Niedersachsen entsandte Pontons als Schwimmelemente. Ein THW-Sprengmeister sorgte durch Sprengung für ein beschleunigtes Abfließen der Wassermassen. Um die Energieversorgung aufrechtzuerhalten, mussten THW-Kräfte Wasserschäden an Maschinen und Pumpen beheben.

1976: In den frühen Morgenstunden des 3. Januar erreicht ein schweres Sturmtief die Deutsche Bucht. Mit bis zu 150 Stundenkilometern peitscht Orkan "Capella" das Wasser der Nordsee an die Küsten. Im Zusammenspiel mit einer Springtide entsteht die höchste Sturmflut an der deutschen Nordseeküste seit Beginn der Messungen. Bis zu 17 Meter hoch schlagen die Wellen. Mit Macht drückt der Wind das Wasser in die Elbmündung. In weniger als drei Stunden legt die Flutwelle die Strecke von Cuxhaven nach Hamburg zurück und steigt dabei noch einmal um mehr als einen Meter. Als das Wasser Hamburg erreicht, zeigt der Pegel St. Pauli 6,45 Meter - bis heute der höchste je gemessene Stand.
Bei der Sturmflut von 1962, die mehr als 300 Menschen das Leben kostete, waren es 5,70 Meter. Doch von einer großen Katastrophe bleibt Hamburg diesmal verschont, die Deiche sind mittlerweile erneuert und erhöht, niemand kommt ums Leben.
Der Sachschaden ist allerdings immens: In den ungeschützten, vor den Deichen gelegenen Hafengebieten werden ganze Lagerbestände mit Gütern sowie teure Maschinen zerstört und Betriebe überschwemmt. Auf bis zu eine Milliarde D-Mark wird der Schaden in der Hansestadt beziffert.

1995: Weihnachtshochwasser am Rhein

1997: Das Oderhochwasser 1997 war die größte bekannte Flut der Oder. Überschwemmungen an den Flussläufen der Oder verursachten im Juli und August schwere Schäden in Tschechien, Polen und Deutschland und forderten zahlreiche Opfer (114 Tote in Polen und Tschechien). Die Schäden werden auf 3,8 Milliarden Euro in Tschechien und Polen sowie 330 Millionen Euro in Deutschland beziffert. 7.200 THW-Helfer waren hier im Einsatz.

2002: Während und nach der Jahrhundertflut leisteten die Einsatzkräfte des THW sechs Wochen lang und mehrere hunderttausend Stunden ohne Unterbrechung Hilfe im Kampf gegen die Wassermassen. Der Einsatz der THW-Kräfte – das Einsatzgebiet erstreckte sich entlang der Elbe und ihren Nebenflüssen von der tschechischen Grenze bis nach Hamburg – war ein Einsatz der Rekorde: Rund 24.000 Helferinnen und Helfer des THW aus 662 Ortsverbänden und 582 Hauptamtliche waren insgesamt sechs Wochen lang im Einsatz.
In dieser Zeit pumpte und förderte das THW mehr als 2,5 Millionen Liter Wasser pro Minute, verbaute zusammen mit anderen Einsatzkräften rund 33 Millionen Sandsäcke und evakuierte gemeinsam mit weiten Hilfsorganisationen mehr als 100.000 Menschen.
Darüber hinaus mobilisierte das THW 600 LKW und 150 Tieflader. Insgesamt befanden sich 3.000 Fahrzeuge sowie 250 Pontons und 300 Boote des THW im Einsatz.


2006: Rund 870 THW-Einsatzkräfte aus 83 Ortsverbänden übernehmen an den Einsatzstellen entlang der Elbe den Transport von Sandsäcken zu Lande und auf dem Wasserweg, Stromversorgung, Deichsicherungs- und Pumparbeiten sowie das Beseitigen von Treibgut.

Fünf Hochleistungspumpen des THW befreien in den Hochwassergebieten Deiche vom Wasserdruck. Diese Pumpen, mit einer Leistung von je 15.000 Litern pro Minute, haben den Pegel in einem Teil der Stadt Hitzacker (Niedersachsen) bereits um zwei Meter abgesenkt. Darüber hinaus setzen die 800 THW-Einsatzkräfte rund 30 Tauchpumpen ein und sichern mit zwei Netzersatzanlagen die Stromversorgung für 220 Häuser in Hitzacker.

2010: Hochwasser an der Schwarzen Elster. Insgesamt waren über 300 Einsatzkräfte aus rund 40 Ortsverbänden und sieben der insgesamt acht THW-Landesverbände im Einsatz.
Betroffen waren Regionen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Südbrandenburg.
Das Hochwasser an der Schwarzen Elster reiht sich damit in die lange Liste der anderen Flutkatastrophen in Deutschland und den Anrainerstaaten ein, bei denen das THW 2010 half. Seit Januar haben bundesweit tausende Helferinnen und Helfer in hunderttausenden Einsatzstunden etliche Millionen Liter Wasser abgepumpt.

2013: Das Hochwasser begann im Mai 2013 in Bayern, als nach tagelangem Regen Teile der Oberpfalz und Unterfrankens überflutet wurden. Schnell weiteten sich die Überschwemmungen aus. Ganze Regionen in Bayern und Sachsen versanken in den Fluten. Im Verlauf des rund acht Wochen andauernden Hochwassers waren zudem weite Teile Ost- und Norddeutschlands betroffen. Am schlimmsten traf es die Menschen entlang der Donau, Elbe und ihren Nebenflüssen.
Rund 16.000 THW-Angehörige waren während des Flusshochwassers im Einsatz. Dabei erfüllten sie eine Vielzahl an Aufgaben – vom Bau protektiver Dämme und Hochwasserwände zum Abpumpen überfüllter Straßen und Gebäude. Zudem separierten die Kräfte Wasser von Öl und sprengten Deiche, damit das übergetretene Wasser wieder in die Flüsse ablaufen konnte. 1,6 Millionen Stunden waren ehren- und hauptamtliche Kräfte im Einsatz, um die Ausmaße der Unwetterkatastrophe einzudämmen.

2016: Zum Sommerbeginn bekämpften gut 7.700 THW-Kräfte insbesondere während des gesamten Junis die Auswirkungen lokaler Starkregenfälle in ganz Deutschland. Sie pumpten Keller aus,räumten zerstörte Gebäude sowie verschlammte Straßen und retteten Menschen, die vom Wasser eingeschlossen waren. Mithilfe von Ölseparationsanlagen reinigten die Helferinnen und Helfer 750.000 Liter verschmutztes Wasser. Außerdem bereiteten sie insgesamt mehr als fünfeinhalb Millionen Liter Trinkwasser auf und errichteten in Bayern und Nordrhein-Westfalen sieben provisorische Brücken.

Quellen: thw.de, ndr.de, wikipedia.de

Evakuierung betroffner Bewohner 2002
Helfer erleichtern sich 2002 nahe Lauenburg den Sandsacktransport
In Lüchow-Dannenberg entfernten Helfer 2013 die Aufkadung von Deich und minderten so die zusätzliche Belastung durch die Sandsäcke
2013: die Fachgruppe Wassergefahren ist im Einsatz um Treibgut zu bergen
Mithilfe eines Bergeräumgerätes werden 2013 BigBags gesetzt