Aktueller Stand von Forschung und Entwicklung

Grundsätzlich besteht bei Starkregenereignissen das Problem, dass sie kaum vorhersagbar und Maßnahmen daher viel schwerer zu planen sind als bei „normalen“ Hochwasserereignissen.

Während beim Flusshochwasser der Blick auf die Pegel am Oberlauf hilft um die zu erwartenden Wasserstände bis zu einige Tage vorher abzuschätzen, bleiben bei schweren Unwettern maximal einige Stunden, oft nur Minuten bis das Ereignis eintritt.

Was noch hinzukommt: Überflutungen durch Starkregen sind nicht gewässergebunden, das heißt, sie können überall auftreten.

 

Zudem existieren bisher keine einheitlichen Standards zur Einstufung von Starkregenereignissen oder zur Erstellung von Gefahrenkarten für Starkregenereignisse. Gerade die flächendeckend fehlenden Gefahrenkarten und die damit fehlende Planungsgrundlage für akute Abwehrmaßnahmen erschweren den Einsatz bei einem Starkregenereignis erheblich.

 

Deswegen ist die bauliche Vorsorge von Städten und Kommunen, aber auch die private Vorsorge oft entscheidend für die Auswirkung von Starkregenereignissen.

Beispielsweise sind die städtischen Kanalisationsnetze oftmals nur für Ereignisse mit einer maximal 20-jährlichen Wiederkehrwahrscheinlichkeit (HQ20) ausgelegt. Findet ein schwereres Ereignis statt, versagen die Kanalisationsnetze entsprechend und es kommt zu Überschwemmungen.

Derzeit wird aber an viele Stellen daran gearbeitet, ein fundiertes Konzept für Starkregenkarten zu erstellen. Dieses muss neben den Niederschlagsmengen und der Sammlung der Wassermassen in tiefen Lagen, Tälern, Senken und Unterführungen auch den möglichen Abfluss über die Kanalisation mit einbeziehen.

Einige Städte und Kommunen befassen sich schon intensiv mit dem Thema Starkregen und setzen viele Ratschläge, zum Beispiel aus der Veröffentlichung des BBK um (siehe Link unten).

 

Die intensive Erforschung von Starkregenereignissen zur besseren Vorhersage wird erst seit wenigen Jahren betrieben, weshalb hier vielfach noch verwertbare Daten- und Erfahrungsgrundlagen fehlen. Es existieren jedoch bereits vielversprechende Ansätze, die nun weiter verfolgt werden.

Derzeit ist die Einstufung von Starkregen durch den Deutschen Wetterdienst (DWD) allgemein anerkannt:

Regenmengen 15 bis 25 l/m² in 1 Stunde oder 20 bis 35 l/m² in 6 Stunden (Markante Wetterwarnung)

Regenmengen > 25 l/m² in 1 Stunde oder > 35 l/m² in 6 Stunden (Unwetterwarnung)